Wie ich zum Schreiben kam – obwohl ich nie Autorin werden wollte
Wie ich zum Schreiben kam – obwohl ich nie Autorin werden wollte
Manche Menschen wissen schon als Kind, dass sie irgendwann ein Buch schreiben werden.
Ich gehörte nicht dazu.
Klar, Geschichten mochte ich schon immer. Ich habe als Kind Theater gespielt, kleine Geschichten geschrieben und konnte ziemlich hervorragend in irgendwelchen Fantasiewelten verschwinden. Beruflich führte mich das trotzdem erst einmal ganz woanders hin. Ich wurde Physiotherapeutin.
Dass irgendwann tatsächlich ein Roman von mir im Regal stehen würde, hatte ich nicht geplant.
Schuld daran war ausgerechnet World of Warcraft.
Eigentlich wollte ich nur spielen
Ich habe WoW gespielt und irgendwann angefangen, mir rund um das Spiel eine eigene Geschichte auszudenken.
Nicht mit dem Gedanken:
„Das wird mein erster Roman.“
Sondern eher, weil mir die Geschichte in meinem Kopf besser gefiel.
Irgendwann erzählte ich einem Mitspieler davon. Seine Reaktion war überraschend pragmatisch:
Dann schreib sie doch auf. Dann kann ich sie auch lesen.
Also fing ich an.
Ein paar Seiten können ja nicht schaden.
Zwei Jahre später waren es ungefähr 400 Seiten
Aus ein paar Seiten wurden mehr.
Und noch mehr.
Und irgendwann waren fast zwei Jahre vergangen und ich hatte ungefähr 400 Seiten geschrieben.
An diesem Punkt stellte sich langsam die Frage:
Was mache ich jetzt eigentlich damit?
Wenn man schon versehentlich einen ganzen Roman geschrieben hat, kann man schließlich auch noch den nächsten fragwürdigen Schritt machen und ihn veröffentlichen.
Also tat ich das.
2015 erschien Elesztrah zunächst im Selfpublishing. Ein Jahr später lernte ich auf der Leipziger Buchmesse die Verlegerin des Sternensand Verlags kennen. Die Reihe fand dort schließlich ein neues Zuhause.
Und plötzlich war ich Autorin.
Aus einem Buch wurden weitere Geschichten
Natürlich blieb es nicht bei einem.
Ich schrieb weiter, probierte andere Genres aus und stand irgendwann auch auf Bühnen, um aus meinen eigenen Büchern vorzulesen.
Und genau dort passierte etwas, das meine Arbeit später noch einmal komplett verändern sollte.
Immer wieder sagten Menschen zu mir:
Du solltest deine Hörbücher selbst einsprechen.
Meine erste Reaktion darauf war ungefähr:
Ja. Sicher.
Ich war schließlich Autorin und keine ausgebildete Sprecherin.
Das Problem war nur: Die anderen ließen mit der Idee nicht locker.
Auch meine Verlegerin bestärkte mich darin und brachte mich schließlich mit einer Hörbuchsprecherin und -verlegerin zusammen. Sie hörte offenbar etwas in meiner Stimme, das ich selbst noch nicht so richtig ernst nahm.
Mein Mann baute mir schließlich eine kleine Tonkabine im Keller.
Und ich fing an.
Heute schreibe ich kaum noch. Geschichten sind trotzdem geblieben.
Das Schreiben war nie Teil eines großen Plans.
Das Sprechen übrigens genauso wenig.
Vielleicht passt es deshalb ganz gut zusammen.
Heute liegt mein beruflicher Fokus klar auf dem Sprechen und Produzieren von Hörbüchern. Meine eigenen Bücher sind aber ein ziemlich wichtiger Teil davon, wie ich Texte heute betrachte.
Wenn mir jemand ein Manuskript gibt, sehe ich darin nicht einfach Sätze, die vorgelesen werden müssen.
Ich sehe Figuren, die jemand vielleicht jahrelang im Kopf hatte. Dialoge, bei denen ein einzelnes Wort einen Unterschied machen kann. Szenen, deren Stimmung beim Schreiben völlig klar war – und die beim Sprechen genauso funktionieren sollen.
Ich kenne eben beide Seiten.
Die Person, die einen Text schreibt.
Und die Person, die ihm irgendwann eine Stimme gibt.
Manchmal führen Umwege ziemlich genau dahin, wo man hingehört.
Ohne World of Warcraft hätte ich meine erste Geschichte vielleicht nie geschrieben.
Ohne diese Geschichte hätte ich keine Lesungen gehalten.
Ohne diese Lesungen hätte mir vermutlich niemand gesagt, ich solle Hörbücher sprechen.
Und ohne meine ersten Hörbücher würde ich heute wahrscheinlich etwas völlig anderes machen.
Geplant war davon ziemlich wenig.
Bereuen würde ich davon noch weniger.
Möchtest du lieber hören als lesen?
Heute spreche ich vor allem Hörbücher für Autor:innen, Selfpublisher und Verlage.
Wenn du wissen möchtest, wie meine Stimme klingt, klicke hier.
Und wenn du ein Buch geschrieben hast und dir eine Hörprobe von mir wünscht, schreib mir.
